Chinesische Medizin


Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist mehr als 2000 Jahre alt. Sie beinhaltet folgende Therapieformen, welche auch als die Fünf Säulen der Chinesischen Medizin bezeichnet werden:
Akupunktur, Moxibustion (Erwärmen von Akupunkturpunkten), Chinesische Arzneimitteltherapie (Kräuterheilkunde), Chinesische Diäthetik (Ernährungslehre), Tuina (Massagetechniken und manuelle Therapie), Qi Gong und Taijiquan (Atem- und Bewegungsübungen).



In der Chinesischen Medizin ist Gesundheit gleichbedeutend mit dem freien Fluss der Lebensenergie (Qi) und dem Gleichgewicht von Yin und Yang (also Ruhe und Bewegung, Kalt und Warm, Dunkel und Hell, Nacht und Tag, Feucht und Trocken, Struktur und Funktion, Unten und Oben, Innen und Außen, Leere und Fülle etc.).


Gesundheit ist untrennbar mit der Vorstellung von Ausgewogenheit und Austausch verbunden. Man geht davon aus, dass sich alle körperlichen und psychischen Vorgänge im Menschen wechselseitig beeinflussen und ergänzen.
Das Ungleichgewicht, also die Krankheit, wird durch eine Kombination verschiedener Faktoren verursacht, die vom Therapeuten untersucht und eingeschätzt werden.


Chinesische Diagnostik


Hauptanliegen der traditionellen Diagnostik ist es, den Menschen individuell und in seiner Gesamtheit zu betrachten. Daher wird in der Anamnese nicht nur nach den aktuellen, akuten Beschwerden gefragt, sondern es werden z.B. auch frühere Krankheiten, auffällige Erkrankungen oder Ereignisse in der Familie, und das allgemeine Wohlbefinden beleuchtet.
Auch die genaue Beobachtung von Hautfarbe, Gesicht und Körpermerkmalen und gegebenenfalls eine körperliche Untersuchung fließen mit ein.


Puls- und Zungendiagnose stellen einen besonders wichtigen Bestandteil der Untersuchung dar.
Bei der Betrachtung der Zunge liefern Form, Farbe und Bewegung des Zungenkörpers und die Beschaffenheit des Belages wichtige diagnostische Hinweise.
Die Pulse werden an jeweils drei Positionen an beiden Handgelenken getastet und beurteilt. Diese Pulspositionen sind den inneren Organen und ihren 12 Hauptleitbahnen bzw. Meridianen zugeordnet, durch die das Qi sich im gesamten Körper verteilt. Es gibt ca. 28 verschiedene Pulsqualitäten wobei Frequenz, Stärke und Ausdrucksform des Pulses diagnostisch bewertet werden.


Aus der Vielzahl der diagnostischen Schritte ergibt sich nun ein exaktes Bild des Ungleichgewichtes bzw. der Erkrankung. Es lassen sich Rückschlüsse über die Auswirkungen auf den gesamten Organismus ziehen. Dies ist für die Erstellung einer individuellen Behandlungsstrategie von besonderer Bedeutung. Beispielsweise können folgende Fragen beantwortet werden: Was ist die Ursache, was sind lediglich neuere Symptome.?Wie tief sitzt die Erkrankung, welche Meridiane und Organe sind betroffen, welche Kombinationen von Akupunkturpunkten kommen in Frage, welche chinesischen Heilkräuter sollten eingesetzt werden?



Welche gesundheitlichen Probleme lassen sich behandeln?

Die Stärken der Chinesischen Medizin liegen zum einen darin begründet, dass mittels der diagnostischen Möglichkeiten sich gerade entwickelnde Krankheitszustände frühzeitig erkannt werden und zum anderen chronische Störungen positiv beeinflusst oder behoben werden können.
Die Therapie chronischer Krankheiten nimmt natürlich eine wesentlich längere Zeit in Anspruch als diejenige bei akuten Störungen.

Bei Schlaflosigkeit, Stress, Energielosigkeit, Verdauungsbeschwerden, akuten und chronischen Schmerzen, Beschwerden am Bewegungsapperat, Menstruationsstörungen, Unfruchtbarkeit, chronischer Rhinitis, Allergien, Heuschnupfen, funktionellen Beschwerden (ohne organische Ursache), Alterserscheinungen sowie Kinderkrankheiten können Akupunktur, Kräuter und Tuina eine sehr gute Wirkung zeigen.

Auch bei schweren Krankheitsbildern wie z.B. Beschwerden in Zusammenhang mit einer HIV-Infektion, Krebs oder Autoimmunerkrankungen können Akupunktur, Tuina und chinesische Arzneimitteltherapie gut begleitend zur entsprechenden schulmedizinischen Therapie eingesetzt werden, um diese sinnvoll zu ergänzen und / oder deren Nebenwirkungen zu lindern. In diesem Zusammenhang kommt der Stärkung der Konstitution und der Widerstandskraft eine entscheidende Bedeutung zu.

Eine Aufzählung aller Krankheiten, die mit TCM geheilt werden können, wäre irreführend. Die Chinesische Medizin betrachtet den Menschen als Ganzes. Es wird nicht eine lokale Störung behandelt, sondern deren Ursachen, welche möglicherweise ganz woanders als am Ort des Erscheinens der Symptome zu suchen sind. Jede gesundheitliche Störung entwickelt sich auf ihre eigene Art und Weise und ist eng verknüpft mit der individuellen Geschichte eines Menschen. Auch  wenn sich bei verschiedenen Menschen einige Symptome ähneln, so sind die Ursachen doch meist vielfältig und jeder bekommt seine eigene, ganz individuelle Behandlung.

Auch zur individuellen Entspannung und bei Stress sind vor allem die Tuina- Massage und die Akupunktur hervorragend geignet.